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ÖOG Bulletin: 11 aktuelle Fragen zum Abfangjäger ...
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Wehr- und Sicherheitspolitisches Bulletin
Nr.3/11 2006

11 aktuelle Fragen zum Abfangjäger ...

... wie sie täglich vom Laien gestellt werden und der Versuch zu Antworten darauf

  • Wozu brauchen wir denn überhaupt Abfangjäger?
    Ein Staat ist gut beraten, wenn er seine Souveränität nicht nur am Boden, sondern auch im Luftraum wahrnimmt. Ist er dazu nicht in der Lage, können alle anderen im Luftraum (zB in 10.000 m Höhe und mit 2.000 km/h) machen was sie wollen. Alleine die Existenz von Abfangjägern haben eine abhaltende Wirkung!

  • Warum sichert man den Luftraum nicht mit den Black Hawk Hubschraubern?
    Weil er höchstens 6.000 Meter hoch fliegen kann und nicht schneller als 300 km/h ist.

  • Können es nicht weniger als 18 Stück sein?
    Nein. International üblich sind von einer Flotte jeweils nur 75% einsatzbereit und der übrige Teil ist in der Wartung (Service). Wenn man davon ausgeht, dass immer zwei Maschinen zusammenwirken müssen und in Österreich in schlimmsten Fall im Westen, im Norden und im Süden je zwei Maschinen unterwegs sein müssen, während die jeweils anderen im An-/Abflug bzw in Ruhe sind, dann versteht man, dass eigentlich schon die 18 von den dafür ursprünglich geplanten 24 zu wenig sind.

  • Könnte man mit diesem Geld nicht was Besseres tun?
    Die knapp 2 Milliarden Euro muß man als Investition für die nächsten 40 Jahre sehen. Wenn man das auf die Einwohnerzahl Österreichs umlegt, bedeutet das 7 Euro pro Person und Jahr. Das ist wohl eine Summe, die uns die Sicherheit wert sein muß.

  • Man hört immer wieder, dass das Projekt 4 bis 6 Milliarden Euro kostet?
    Diese Information ergibt sich aus Hochrechnungen von Investitionen, die in den nächsten 40 Jahren für jedes zu beschaffende Flugzeug zu tätigen gewesen wäre, zB Funkeinrichtungen, Bauinfrastruktur auf Flugplätzen usw. Diese Aufwendungen sind ohnehin aus dm laufenden Wehrbudget zu zahlen und werden daher zu Unrecht zT in irreführender Weise hineingerechnet.

  • Warum nehmen wir nicht ein billigeres Flugzeug?
    Billigere Flugzeuge sind deswegen billiger, weil sie nicht mehr jene Technik haben, mit der man die nächsten 40 Jahre fliegen kann. Die Beschaffung eines modernen Flugzeugtyps, der in unseren EU-Nachbarländern Deutschland und Italien sowie in den EU-Ländern Großbritannien und Spanien mit einer Stückzahl von zumindest 620 (!) ebenfalls verwendet wird, war eine kluge Entscheidung, um Österreich europäisch zu vernetzen und damit insgesamt den Betrieb günstiger zu halten.

  • Warum wird der Vertrag nicht veröffentlicht? Da ist doch was faul!
    Da Österreich der erste Exportkunde der Erzeugerländer war, sind die Geschäftsbedingungen so günstig, dass kein weiterer Kunde sie bekommen würde. Es liegt im Interesse des Geschäftspartners der Republik, dass zukünftige Kunden, diese Konditionen nicht kennen. Der Rechnungshof hat als Organ des Parlaments den Vertrag geprüft und keine gravierenden Probleme festgestellt. Eine Offenlegung eines Vertrages von die Sicherheit der Republik betreffenden Rüstungsbeschaffungen wurde noch von keiner Regierung durchgeführt, auch nicht bei der Drakenbeschaffung. Es ist wohl nicht anzunehmen, dass Unkorrektheiten – wenn es die überhaupt gibt – im Vertrag stehen, dort hätte sie der Rechnungshof ja wohl auch entdeckt.

  • Kann man aus dem Vertrag aussteigen und was kostet das?
    Man kann jederzeit aus jedem Vertrag aussteigen, nur hat man dem Geschäftspartner die bis dahin angelaufenen Kosten zu ersetzen, die er ja ihm Vertrauen auf Vertragstreue getätigt hat. Das so ein Ausstieg das Vertrauen in die Zuverlässigkeit und Vertragstreue Österreichs erschüttern würde ist klar. Die Kosten können exakt erst zum Zeitpunkt eines konkreten Ausstiegs berechnet und beziffert werden, weil ja bis dahin alles weiter läuft, um umgekehrt seitens der Firma nicht vertragsbrüchig zu werden.

  • Warum lassen wir den Luftraum nicht durch andere sichern?
    Der militärische Schutz der Souveränität und der Neutralität kann nicht an ausländisches Militär abgetreten werden. Außerdem müssten dann die dort anfallenden Kosten ebenfalls ersetzt werden, weil so etwas ja nicht gratis gemacht werden kann.

  • Können wir nicht weiter mit den von der Schweiz gemieteten F – 5 fliegen?
    Diese Flugzeuge sind dieselbe Generation wie der Draken und damit am Ende ihrer Lebensdauer. Wenn wir sie spätestens 2009 zurückgeben müssen, werden sie nicht mehr zur Luftraumüberwachung in der Schweiz einsetzbar sein.

  • Das mit den Kompensationsgeschäften funktioniert ohnehin nicht?
    Erst durch die vertragliche Verpflichtung der Eurofighter GesmbH zum Abschluß von Gegengeschäften in der doppelten Höhe des Kaufpreises – also 4 Milliarden Euro – ergibt sich die Notwendigkeit für den Konzern und seine Partner, in Österreich Produkte zu kaufen, die auch sonst am europäischen Markt zu haben wären. Durch diesen Kontakt mit der europäischen Industrie ergibt sich darüber hinaus ein Zugang zur europäischen Hochtechnologie, wie er ohne den Kompensationsvertrag sicherlich nicht möglich wäre.


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